Verfasst von: miraitorres | 11. April 2008

Gracias Getafe!!!

„Para llorar“ - zum Heulen.

So titelte eine der großen Spanischen Fußballzeitungen auf ihrer Website heute morgen.
Passend wie ich finde.

Gestern hat ein kleiner Verein aus einem Vorort von Madrid, der erst seit der Saison 2004/
2005 in der spanischen ersten Liga spielt, den deutschen Rekordmeister das fürchten
gelehrt. Und das mit einer Mannschaft die teilweise aus Spielern besteht, die Getafe
sich bei den Amateuren der großen Mannschaften geholt hat, weil die (beispielsweise
einem Real Madrid) angeblich zu schlecht für die erste Mannschaft waren.

Danke Getafe!

Danke dafür, dass ihr gezeigt habt dass auch die kleinen, deren Mannschaften nicht
aus Riberys, Tonis, Ronaldinhos und Konsorten bestehen erfolgreich sein können. Es
beweist jedem, dass auch harte Arbeit Erfolge bringen kann.

Dort wo ihr steht, dort möchte ich den 1. FC Köln auch wieder sehen!!!!
Im Europapokal, mit einer Mannschaft die nicht unbedingt mit Top Stars gefüllt sein muss.
Aber mit dem Willen sich den Arsch aufzureißen für den Verein und nie aufzugeben, auch
wenn man einer weniger ist und einem das Spiel manchmal vorkommt, als würde man gegen eine Wand laufen.

De la Red zu meinem absoluten Unverständnis in der 5. Minute, wie man in Spanien so
schön sagt „A la calle“ geschickt. Und dann? Ja dann zeigte Getafe das, was sich jeder
Fußballfan von seiner Mannschaft wünscht und was Getafe sicherlich den Respekt aller
eingebracht hat:

LEIDENSCHAFT, KAMPF!!!

Diese kleine Mannschaft hat sich eben nicht aufgegeben als sie auf einmal noch 85
Minuten in Unterzahl gegen den großen FC Bayern zu spielen hatte.

Gekämpft haben sie, bis zur letzten Minute der regulären Spielzeit…
…Und dann noch 30 Minuten Verlängerung.

Und der FC Bayern? Ja, die haben sich von dem spanischen Vorortverein von dem
Franz Beckenbauer laut eigener Aussage keinen einzigen Spieler kannte, vorführen
lassen. Katastrophal was die sich da zusammengespielt haben. Teilweise musste
man schon fast denken, da stünde der FC Köln in Bayerntrikots auf dem Feld. Einzig
die individuelle Klasse einiger Spieler hat die Bayern dann vor dem Untergang gerettet.
Absolut unverdient. Toni hätte De la Red locker Gesellschaft leisten können und vor
dem späten Ausgleich hat Kahn definitiv Foul gespielt. Der Begriff „Duselbayern“ trifft
dieses Mal voll und ganz zu. 

Schreiend, protestierend, es nicht fassend könnend, saß ich vor
dem Fernseherund zweifelte einmal wieder an der Existenz des Fußballgotts.

Das konnte doch einfach nicht sein.

Wo war da die Gerechtigkeit?

Es bleibt die ernüchternde Wahrheit:
Manchmal gibt es sie einfach nicht, die Gerechtigkeit im Fußball.

Dieser kleine Verein, den niemand, außer denen die sich etwas mehr mit spanischem
Fußball befassen,auf der Rechnung hatte, hätte die Überraschung des UEFA Cups
werden können.

Schade schade. Ich hätte es ihnen von Herzen gegönnt.

Hoffentlich gewinnt Getafe nun wenigstens am Mittwoch das Finale des Copa del Rey
im Estadio Vicente Calderón zu Madrid, damit wir diese Mannschaft auch nächstes
Jahr wieder im europäischen Wettbewerb sehen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja dann
eine Revanche…


Antworten

  1. Hi Mirai,

    gut zusammengefasst! Genauso habe ich das gestern abend auch gesehen :( den fußballgott gibt es wirklich nicht *seufz*

  2. Hi Mirai,

    super Kommentar! Genauso hab ich das gestern miterlebt!! Nach dem 3:3 bin ich sofort ins Bett gegangen :-(


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